BioWare ist Geschichte: EA schließt das Studio und streicht Mass Effect

Manchmal gibt es Nachrichten, die man zweimal lesen muss. Diese hier gehört dazu: BioWare macht zu. Electronic Arts schließt das Studio, und das nächste Mass Effect, auf das wir seit 2020 warten, wird gleich mit eingestampft. Hier bekommst du einen Überblick, was genau passiert ist und wie es dazu kam.

Was ist passiert?

Am 21. Oktober hat BioWare auf seinem eigenen Blog einen kurzen Abschiedsbrief veröffentlicht. Sinngemäß: Nach über 30 Jahren schließt das Studio, und die frühe Entwicklung am nächsten Mass Effect endet. Kein Trailer, kein „wir machen eine Pause“, einfach Schluss.

Die Schließung ist Teil eines größeren Umbaus bei EA. Laut heise und Reuters fallen insgesamt rund 400 Stellen weg, also etwa drei Prozent der Belegschaft. Bei BioWare selbst waren es zuletzt nur noch um die 50 Leute in Edmonton, die an dem neuen Mass Effect gearbeitet haben.

Warum gerade jetzt?

EA gehört seit August einem Konsortium rund um den saudischen Staatsfonds PIF, die Investmentfirma Silver Lake und Affinity Partners. Der Kauf hat stolze 55 Milliarden US-Dollar gekostet, und ein großer Teil davon wurde mit Schulden finanziert, die jetzt EA selbst abstottern muss.

Offiziell will sich EA künftig auf weniger, dafür größere Action-Adventures konzentrieren. Weiterlaufen sollen unter anderem Marvel’s Iron Man und das nächste Star Wars Jedi, dazu natürlich die Sportspiele, Battlefield und Apex Legends. Ein neues Story-Rollenspiel steht nicht auf der Liste.

Ein Stück Spielegeschichte

BioWare hat in über 30 Jahren einige der bekanntesten Rollenspiele überhaupt entwickelt:

  • Baldur’s Gate und Baldur’s Gate II
  • Neverwinter Nights
  • Star Wars: Knights of the Old Republic
  • Mass Effect, die ganze Trilogie rund um Commander Shepard
  • Dragon Age, angefangen mit Origins

Wenn du irgendwann mal stundenlang über eine Dialogentscheidung gegrübelt hast, nur um dann zwei Spiele später die Konsequenzen zu spüren: Dafür waren die BioWare-Spiele bekannt.

In den letzten Jahren hatte es das Studio schwerer: Mass Effect: Andromeda und Anthem kamen bei vielen Spielern und in Tests eher schlecht an, und Dragon Age: The Veilguard erreichte laut EA in den ersten Monaten rund 1,5 Millionen Spieler, knapp die Hälfte dessen, was EA erwartet hatte.

Und die Fans?

Die Reaktionen in der Community sind entsprechend: viel Trauer, viel Wut auf EA, und unter #SaveMassEffect machen Fans ihrem Ärger Luft. Die Rechte an der Marke Mass Effect liegen weiterhin bei EA. Ob irgendwann ein anderes Studio ein neues Mass Effect entwickelt, ist offen. Angekündigt ist nichts.

Kurz zusammengefasst

Nach über 30 Jahren ist BioWare Geschichte, und das nächste Mass Effect kommt nicht. Bei EA fallen insgesamt rund 400 Stellen weg, darunter das Team in Edmonton. Weitermachen will EA mit größeren Action-Adventures wie Marvel’s Iron Man und dem nächsten Star Wars Jedi sowie mit Sport, Battlefield und Apex Legends.

Was war dein liebstes BioWare-Spiel? Schreib’s mir gern in die Kommentare!

Stop Killing Games: 1,4 Millionen Unterschriften erreicht – Letzte Chance zum Unterzeichnen!

Es ist jetzt schon mehrere Tage her, seitdem die Initiative Stop Killing Games die 1,4 Millionen Unterschriften geschafft hat. Somit ist auch sichergestellt, dass eventuelle Fehlunterschriften abgedeckt sind.

Wer bis jetzt nicht hat und noch unterschreiben will (als EU-Bürger), kann dies noch für die nächsten zwei Tage machen, denn der 31. Juli ist der letzte Tag.

Die europäische Spieleindustrie hat bereits mit einer allgemeinen Antwort reagiert, die irgendwie unbefriedigend wirkt, da es so scheint, als hätten sie eher das Video von Pirate Software angesehen, anstatt den Text von der Initiative selbst durchzulesen.

Ross Scott, ein Unterstützer der Initiative, hat bereits auf diese Antwort mit zwei Videos reagiert.
Außerdem scheinen Spieleentwickler, deren Logos zwar auf der Seite der europäischen Spieleindustrie gelistet sind, gar nichts darüber zu wissen, bzw. wurden nicht dazu gefragt zu dem Thema.

Epic Games hasn’t lobbied or opined on the law. I guess our logo is on the picture above because we’re a member of various trade organizations and some of them have lobbied or opined against the proposal.

— Tim Sweeney (@TimSweeneyEpic) July 7, 2025

Weiters wurde -ebenfalls von Ross Scott- ein Video mit Entwicklern veröffentlicht, welches Beispiele liefert, wie man ein Spiel in den „Sonnenuntergang“ schicken kann.
Das Video ist sehr technisch, soll aber Spieleentwicklern zur Inspiration dienen.