Kennst du das, wenn du durch die Neuerscheinungen auf Steam scrollst und dich fragst, ob das jetzt ein echtes Spiel ist oder nur ein Haufen zusammengeklickter KI-Bilder mit Kaufbutton? Damit bist du nicht allein. Valve hat sich jetzt zum ersten Mal ziemlich direkt zu dem Thema geäußert, und die Antwort ist eindeutig: KI-Spiele werden auf Steam nicht verboten.
Was Valve gesagt hat
Am 27. Oktober fand in Südkorea das Entwickler-Event „Steam Indie Connect“ statt, das Valve zusammen mit dem Busan Indie Connect Festival und der koreanischen Content-Agentur KOCCA ausgerichtet hat. Auf der Bühne standen Tom Giardino und Marc Wilkinson aus dem Steam-Business-Team, und in der Fragerunde ging es, wenig überraschend, ziemlich schnell um KI.
Giardinos Haltung laut dem Bericht von Inven Global: „Wir wollen keine Türsteher sein, die Entwicklern sagen, welche Werkzeuge sie benutzen dürfen und welche nicht.“ Ob jemand beim Entwickeln KI einsetzt, sei die Entscheidung des Studios. Statt den Zugang zu beschränken, will Valve Steam lieber „schlauer“ machen, damit gute Spiele trotzdem gefunden werden. Offenlegen muss man den KI-Einsatz auf der Store-Seite übrigens schon länger.
Das eigentliche Problem: Klone und Erpressung
Richtig unangenehm wurde es bei einer Frage aus dem Publikum. Ein Entwickler erzählte, dass Indie-Studios in letzter Zeit Mails bekommen, sinngemäß: „Zahl, oder wir kopieren dein Spiel mit KI und bringen es vor dir raus.“ Das ist kein ausgedachtes Horrorszenario. Das kleine koreanische Zwei-Personen-Team hinter dem niedlichen Koch-Spiel Spookitchen hat Mitte Oktober öffentlich gemacht, dass es erfahren hat, dass sein Spiel per KI nachgebaut wird, und hat daraufhin die kostenlose Demo vom Netz genommen:
https://x.com/Sini_Ming/status/2111297746640744522
Giardino meinte, er höre von solchen Erpressungsfällen zum ersten Mal und das tue ihm leid. Erpressung sei aber eher ein Fall für die Polizei als für eine Spieleplattform. Wer sowas erlebt, soll es trotzdem bei Valve melden, dann wolle man sich das anschauen und helfen, wo es geht.
Sein Rat an die Entwickler: Klone habe es schon lange vor KI gegeben, KI mache das Ganze nur schneller. Der beste Schutz sei eine eigene Community, die weiß, wer das Original gemacht hat, und ein Spiel, das ständig mit neuen Features und eigener Persönlichkeit wächst. Eine einzelne Spielmechanik kann man leicht abkupfern, ein lebendiges Spiel mit Fans dahinter eher nicht. Das ist übrigens dieselbe Logik, mit der Valve seit jeher auf Raubkopien reagiert: wenig DRM, dafür soll die offizielle Version einfach die beste sein.
Und was ist mit dem Next-Fest-Chaos?
Auch der Frust über das letzte Steam Next Fest kam zur Sprache, wo viele Spieler zwischen den Demos jede Menge lieblose Billigware gefunden haben. Marc Wilkinson erklärte, dass die Demos in den ersten zwei Tagen bewusst ziemlich zufällig angezeigt werden, damit jedes Spiel eine faire Chance bekommt und große Studios das System nicht für sich ausnutzen. Danach greifen die personalisierten Empfehlungen. Dass dabei auch Müll nach oben gespült wird, gibt Valve offen zu. Laut PC Gamer arbeitet eine „beträchtliche Zahl“ von Leuten bei Valve an der Sichtbarkeit im Store. Eine fertige Lösung gibt es aber noch nicht.
Kurz zusammengefasst
Valve verbietet KI-Tools und KI-Spiele auf Steam nicht, der KI-Einsatz muss aber weiterhin auf der Store-Seite angegeben werden. Bei Klonen und Erpressungsversuchen sollen sich betroffene Entwickler bei Valve melden, und an der Sichtbarkeit guter Spiele im Store wird laut Valve gearbeitet.
Was du als Spieler tun kannst: Schau dir an, wer hinter einem Spiel steckt, lies die KI-Hinweise auf der Store-Seite und unterstütz die Originale. Spookitchen kannst du zum Beispiel jetzt schon auf die Wunschliste setzen:
Wie siehst du das? Soll Valve bei KI-Spielen härter durchgreifen, oder ist das der falsche Weg? Schreib’s mir gern in die Kommentare!
- Valve will Steam nicht als Türsteher: Entwickler dürfen selbst entscheiden, welche Werkzeuge sie nutzen.
- Auf dem Busan Indie Connect Festival antworteten Tom Giardino und Marc Wilkinson auf Fragen zu KI.
- Steam soll schlauer werden, statt Zugang zu beschränken; Offenlegung von KI-Einsatz auf Store-Seite bereits Pflicht.
- Erpressungsfälle und Klone sind Hauptproblem; Beispiel: Spookitchen wurde per KI nachgebaut, Demo wurde offline genommen.
- Valve rät zu Community-Bindung und laufenden Updates; Klone gab es schon früher, KI macht alles nur schneller.
- Beim Next Fest werden Demos zwei Tage zufällig gezeigt, danach personalisierte Empfehlungen; Müll wird trotzdem sichtbar.
- Meine Meinung: ich bin zwiegespalten; Valve darf Werkzeuge nicht verbieten, doch kleine Studios brauchen besseren Schutz. Spieler prüfen Entwickler, unterstützen Originale.







